Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

Die Karnevalstage sind aus bekanntem Grund nicht so, wie sie noch im Jahr 2020 waren (obwohl man auch schon damals von einer zunächst unbekannten Viruserkrankung hörte). Trotzdem versuchen die Menschen in kleineren Kreisen zu feiern, „Weiberfastnacht“, „Rosenmontag und „Veilchendienstag“ sollen nicht so ganz klanglos an uns vorbeigehen. Und ist dann alles vorbei?

Mit dem Aschermittwoch beginnt sicherlich eine ruhigere Zeit, zumindest an den meisten Tagen, wir schauen auch schon allmählich auf das Leiden Jesu bis zum Übergang zu den Kar– und Ostertagen.

Am Aschermittwoch, bei der Austeilung der Asche kann der Priester, oder die dazu beauftragte Person, die traditionellen Worte sprechen – „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ (Vgl. Buch Genesis 3,19), die an unsere Vergänglichkeit erinnern oder die Worte aus dem Markusevangelium, die jetzt im Messbuch eigentlich an erster Stelle stehen: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“ Mk 1,15.

Am Aschermittwoch soll uns nicht die Freude weggenommen werden, aber es ist ein Hinweis auf die Zeit der Bekehrung. In dem Wort aus dem Markusevangelium ist der Aufruf zu Bekehrung mit dem Glauben an das Evangelium verbunden. Die ersten Jünger hörten ebenfalls auf die Worte Jesu, also auf das Evangelium und folgten ihm dann. Die Bekehrung, Umkehr muss auch in der Kirche selbst beginnen, wie wir es merken. In der Fastenzeit, an den Sonntagen, wird auch immer ein Text des Hilfswerks Misereor vorgelesen, den der Sachausschuss Liturgie vorgeschlagen hat. Da heißt es u.a. „Heil werden sollen die von der Kirche verletzten und von Gott Geliebten…..Selig sind die Verletzten, weil sie aufstehen und davon erzählen.“ Die Umkehr beginnt in der Kirche selbst, aber auch bei jedem selbst. Helfen kann uns das Hören auf die Evangelien, wie z.B. das Evangelium am Ersten Fastensonntag von den Versuchungen Jesu – wie Jesus selbst versucht wird und wie er damit umgeht oder das Evangelium vom „Verlorenen Sohn – Barmherzigen Vater“ am Vierten Fastensonntag oder die Passion am Palmsonntag.

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei, es kann auch ein Impuls für einen Neuanfang sein.

Markus Thomalla, Pfr.

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 8

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