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GOTT IST DEMOKRATISCH

GOTT IST DEMOKRATISCH,

heißt die Titelüberschrift in „Publik Forum“ Nr. 9 vom 12. Mai 2023.
Otfried Höffe, ehemals Professor für Philosophie an der Universität Tübingen, äußert sich dazu in einem Interview: Demokratie darf nicht auf die Formel verkürzt werden, wonach alle Macht vom Volke ausgeht. Demokratie steht bei uns immer auch als Abkürzung für Rechtstaatlichkeit. Diese hat ihren Grund in den Menschenrechten und in der Menschenwürde. Die Wurzeln dieser Gedanken gehen bis auf das biblische Buch Genesis zurück, in dem es heißt, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen worden sei. Religion kann daher im Westen als auch an anderen Orten der Welt ein wichtiger Faktor in den demokratischen Gesellschaften sein. Liegt die lange Ablehnung der Demokratie durch die Kirche möglicherweise im Gottesbild begründet? Dass man sich Gott als himmlischen Alleinherrscher vorstellte?
Otfried Höffe überzeugt dieses Argument im Letzten nicht. Er führt den christlichen Gedanken der Trinität, der Dreifaltigkeit Gottes, an. In dieses Gottesbild ist schon ein Dialog eingeschrieben. Noch wichtiger erscheint ihm der Gedanke der Menschwerdung zu sein: dass Gott sich herablässt, unsere Gestalt anzunehmen und damit seine Verbundenheit mit der Menschheit zeigt. Auch auf diesen in einem weiten Sinne demokratischen Charakter hätte sich das Christentum berufen können. Nicht zuletzt enthält die gegen den Sozialismus und einen Manchesterliberalismus entwickelte katholische Soziallehre mit dem Grundgedanken der sozialen Gerechtigkeit und den Prinzipien von Personalität, Subsidiarität und Solidarität ein starkes demokratisches Potenzial. Dieses demokratische Potenzial des Evangeliums hätten die Kirchen viel früher erkennen können, meint Otfried Höffe, in dem ausführlichen Interview. Das sind einige Gedanken aus diesem Interview.
Es lohnt sich, meine ich, diesen Gedanken nachzugehen.

Ich grüße alle.

Achim Klaschka, Pfarrer em.

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 24.2023

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