Es ist warm

Beim Schreiben dieser Zeilen sitze ich schwitzend bei 30 Grad in meinem Büro.
Mein Sehnsuchtsort – ganz woanders: das Schwimmbad. In meinen Kindheitserinnerungen waren wir früher in den Sommerferien 6 Wochen am Stück jeden Tag im Freibad. Dort lernten wir schwimmen, tobten mit anderen Kindern, durften wir uns für 30 Pfennig eine „Schnupp-Tüte“ kaufen. Ich „tauche“ ein in den Geruch von Chlor, das Gekreische rundum, die Erfrischung der kalten Dusche.

Bei Wolfgang Raible fand ich folgenden Vergleich: Christ-sein ist wie Schwimmen lernen.
Fragt man erfahrene Schwimmlehrer:innen, dann bedeutet schwimmen lernen nicht in erster Linie die richtigen Bewegungen zu machen, sondern zunächst die Angst vor dem Wasser zu verlieren.
Auch für uns Christen gilt: entscheidend ist, der Zusage Gottes zu trauen „Fürchte dich nicht!“
Und dann immer mehr sich einzulassen auf das Vertrauen, dass unser Leben getragen ist – auch dann, wenn uns das Wasser bis zum Halse steht oder wir den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn wir das Gefühl haben, die Wellen schlagen über uns zusammen und wir gehen unter.
Christ-sein heute, also den Fußspuren Jesu folgen, kann bedeuten, auch mal gegen den Strom zu schwimmen, sich nicht mitreißen zu lassen von dem, was alle denken oder tun. (Zu meiner Zeit machte man noch den „Frei-Schwimmer“)
Heute als Christ:in leben kann heißen: ich mühe mich UND werde getragen.
Und darf aus der Zuversicht leben, dass mir zur rechten Zeit ein Rettungsring zugeworfen wird. Gott sei Dank!

Nicole Coenen

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 30

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