Glaubens Familie

Liebe Gemeinde,
wir Christen nennen uns, fast etwas phrasierend, „Schwestern und Brüder“ im Glauben. Dieser Glaube geht auf Jesus Christus zurück, auf den „der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube […] herab“ und über dem „eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn“ , an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“ (LK 3,22). Dieses Wohlgefallen dürfen wir uns im Glauben an und in der Taufe auf Jesus Christus auch selbst zuschreiben. Die Bibel ist uns nicht nur eine Orientierung und Hilfe, sondern auch die Liebesgeschichte Gottes zu seinem Volk. Zu oft wird diese Liebesgeschichte als Grund für Hasstaten angeführt, werden Worte aus dem Kontext gerissen und uminterpretiert. Ein Satz in der Bibel spricht mich, wenn ich nach dem Wesen Gottes suche, besonders an: „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ (1 Johannes 4, 16). Das Liebesgebot ist also ein wechselseitiges, so wie wir die Liebesgeschichte Gottes zu uns Menschen auch als wechselseitig erleben. Doch bleiben wir in der uns alle vereinenden Liebe und legen den Hass ab, ist Gott mit uns und in uns tätig. Ja, dann sind wir wahrhaft Schwestern und Brüder und nicht nur viel mehr als eine liebgewordene Losung, sondern eine Glaubens-Familie, die ihre vielfältigen Charismen trotz punktueller Diskussionen zu schätzen weiß, statt sich über Unterschiede und Schwächen zu definieren. Dann dürfen wir erst recht auch voll Vertrauen darauf bauen, dass Gott Wohlgefallen an uns findet. So schwer es manchmal ist, sich selbst wohl zu gefallen. So schwer es manchmal ist, dass andere uns wohl gefallen. So schwer ist es zu verneinen, dass die gemeinsame Taufe auf Christi Namen und die bedingungslose Liebe Gottes uns immer wieder angeboten wird, auf dass sie uns wohl gefallen. Sind wir bereit sie anzunehmen, dürfen wir auf den Heiligen Geist vertrauen, dass er unser Tun leitet, damit wir uns aufrichtig Schwestern und Brüder im Glauben nennen können.


Ihnen allen ein familiäres Wochenende,
Klaus Bruns, Pastoralreferent

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 1

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