In den Farben getrennt, in der Sache vereint

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

in der Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Éphesus (2,13ff.) lesen wir davon, dass Jesus Christus unser Friede ist. Ein Friede, der Menschen miteinander vereint, da Christi Botschaft das Trennende zu überwinden weiß, indem das Verbindende betont wird. Notwendige Grundlage ist das Bemühen des Einzelnen „das Miteinander“ zu leben und zu pflegen. Wie sehr wäre es zu wünschen, dass das immer so einfach ist? Wie oft lesen wir dieser Tage im Wahlkampf von Fehlerberichten, Gerüchten und Schuldzuweisungen? Und fragen Sie sich nicht auch manchmal, wofür die einzelnen Spitzenpolitiker eigentlich noch stehen? Geht es wirklich noch darum, für Inhalte zu werben oder doch eher den anderen so schlecht dastehen zu lassen, wie es eben geht? Ich persönlich halte vieles dessen, was ich dort lese für friedloses, destruktives, defizitorientiertes Niedermachen um jeden Preis. Umso schlimmer wird es, wenn wir bedenken, dass man so oder so ab einem gewissen Zeitpunkt konstruktiv zusammenarbeiten muss, um seiner Aufgabe gerecht zu werden. Im Sport heißt es so schön: “In den Farben getrennt, in der Sache vereint.“ Ich glaube, da ist eine Menge dran. Doch in welcher Sache wollen wir vereint sein?
Ich finde es sehr schön, dass sich viele unserer Jugendgruppen entschlossen haben, in den Ferien, sowohl vor Ort als auch in Ferienlagern, Angebote zu schaffen, um im Miteinander Erfahrungen zu sammeln und Gemeinschaft zu leben. Doch auch dort ist die notwendige Regel der Friede, der zusammenführt, um allen TeilnehmerInnen schöne Momente zu bescheren. So, wie wir uns im Glauben alle Schwestern und Brüder nennen dürfen, weil der gelebte Friede Jesu uns verbindet, so sind es auch diese Gemeinschaftserfahrungen, in denen wir die Möglichkeit bekommen, anderen eine Freude zu bereiten, von- und miteinander zu lernen und ihnen einen inneren Frieden zu bereiten.
Alle Gruppen haben gemeinsam, dass sie Unterschiedliches anbieten, aber eben nicht in Konkurrenz zueinanderstehen, sondern jeweils auf ihre Weise den Glauben gestalten und möglichst vielen tolle Erfahrungen ermöglichen. Und gerade in einem Lager kommt es sicher mal zu Meinungsverschiedenheiten. Doch im Endeffekt steht die Sache im Mittelpunkt: ein gelingendes, friedliches Gemeinschaftserlebnis, in dessen Dienst sich möglichst viele stellen.
Vielen Dank den Engagierten!

Herzlich Klaus Bruns, Pastoralreferent

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 24+25

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