Verzicht

Liebe Mitglieder der Kirchengemeinde St. Josef,

für uns Christen ist die österliche Bußzeit, früher wurde sie Fastenzeit genannt, wichtig, da wir uns auf das Osterfest vorbereiten. Da das Ostern für uns Christen im Zentrum unseres Glaubens steht, bedarf es auch einer langen Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung Jesu.

Das Wort Bußzeit klingt in meinen Ohren negativ. Es meint aber eine Zeit der Besinnung und Umkehr.

Vielleicht haben einige am Aschermittwoch Vorsätze für diese Zeit gefasst: Verzicht auf Alkohol oder Nikotin, gesunde Ernährung, abnehmen, etc. Die Umsetzung dieser Vorsätze machen körperlich und gesundheitlich fit, sie helfen uns gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden.

Wir haben die Hälfte der Fastenzeit erreicht. Vielleicht fragen sich einige: Habe ich mein Fitnessprogramm durchgehalten? Was muss ich tun, damit vieles was in meinem Leben nicht unbedingt notwendig ist, abgebaut wird? Was kann ich tun um mich wohlzufühlen, nicht nur körperlich sondern auch seelisch.

Unser Inneres, unsere Seele braucht auch ein Fitnessprogramm.-Leib und Seele gehören zusammen, bilden eine Einheit.

In den Evangelien der Fastenzeit weist Jesus den Menschen mit unmissverständlicher Klarheit einen Weg dahin. Es ist der Weg der Umkehr, der Erneuerung des persönlichen Lebens und meiner Beziehung zum Nächsten, der Weg, sich darüber klar zu werden, was läuft in meinem Leben gut, was muss ich besser machen. Wir sind aufgerufen unsere Leben zu evaluieren, Bestandsaufnahme zu machen, Schlüsse daraus zu ziehen und versuchen diese umzusetzen. Wie der Körper eine gesunde Ernährung braucht, benötigt unsere ebenfalls eine gesunde „Ernährung“: Zeit nachzudenken über mein Leben und meine Beziehung zu Gott,, weniger das Smartphones oder Internet gebrauchen, in sich hineinhören, die Verbindung mit Gott im Gebet suchen und dafür Zeit einzuplanen , an der Feier der Eucharistie teilnehmen.

Die Fastenzeit gibt uns dazu Gelegenheit. Graben wir den manchmal verkrusteten Boden um uns herum auf, düngen wir ihn mit den Mitteln, die unserer Seele gut tun und der Glaube uns zur Verfügung stellt! So kann der Baum unseres Lebens Früchte bringen. So können wir dazu beitragen, das Leben ein Stück lebenswerter und gerechter machen.
Wenn es auch manchmal schwerfällt, diesen Weg zu beschreiten, so ist die Hoffnung doch stärker, dass es geht. Es geht!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 3. Fastensonntag.

Ihr

Prälat Bernd Klaschka

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 11

scroll to top