Der Sonntag nach Christi Himmelfahrt…

 An diesem erwähnten Sonntag hören wir im Evangelium, wie Jesus für seine Jünger gebetet hat: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen…“ (Joh 17, 11), so bleibt  die junge Gemeinde zusammen, wie die Apostelgeschichte berichtet, sie wählt den Matthias in den Kreis der Apostel, wie wir es in der ersten Lesung hören. Dieser Sonntag ist auch wegen des Datums ein besonderer Tag, es ist der 16. Mai, der Gedenktag des heiligen Märtyrers Johannes Nepomuk. In unserer Stadt gibt es eine alte Sankt Johannes Nepomuk Schützenbruderschaft, in der Abteikirche, ist der heilige als Priester mit einem Kreuz dargestellt, man sieht ihn an vielen Brücken. Johannes Nepomuk lebte im 14. Jahrhundert, er kam aus einer böhmisch-deutschen Familie, die durch ein zisterziensisches Stift geprägt war. Historisch ist es belegt, dass der spätere Priester in einen kirchenpolitischen Konflikt mit dem damaligen böhmischen König Wenzel IV. verwickelt wurde, dieser befahl ihn festzunehmen, foltern und in der Moldau zu ertränken. Die Legende berichtet, dass Johannes Nepomuk der Beichtvater der Königin war. Der König verdächtigte seine Frau, sie wäre ihm untreu und wollte Johannes Nepomuk dazu zwingen, dass der das Beichtgeheimnis preisgibt, was dieser nicht tat. Der Legende nach, sollte man ein helles Licht über dem Fluss – der Moldau sehen, dort wo der Priester ertränkt wurde. Das Beichtgeheimnis – es ist sicherlich ein wichtiges und hohes Gut der katholischen Kirche, ein Mensch kann mit Vertrauen seine Fehler – Sünden „ablegen“, sich der Vergebung durch Gott sicher sein. Der Priester darf die Lossprechung im Namen Gottes nicht verweigern, er könnte diese verschieben, wenn er mit einem Verbrechen zu tun hat und meint, dass der Beichtende seine Sünde eigentlich nicht bereut.

Solche Fälle sind aber mit Sicherheit äußerst selten und der Priester muss länger überlegen, ob  der Beichtende wirklich seine Fehler nicht bereut, mit ihm ausführlich sprechen. Das Beichtgeheimnis ist wichtig, aber sicher auch einfache Verschwiegenheit eines jeden Menschen.

Schließen möchte ich mit dem Text eines Liedes zu Ehren des heiligen Johannes Nepomuk, das man nach der Melodie des Adventsliedes „Gott heilger Schöpfer aller Stern…“(Nr. 230 im Gotteslob) singen kann. In dem Lied zu Ehren des Heiligen heißt es:

„Mit unbesiegter Liebesglut, schaut todesmutig in die Flut,

Johannes, der als Glaubensheld, das Beichtgeheimnis heilig hält.“  M. Thomalla

Auszug aus dem Wochenbrief Nummer 16

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