Wie ist das eigentlich mit dem Senfkorn?

Liebe Gemeinde,

wie ist das eigentlich mit dem Senfkorn?

Seine Existenz als Senfkorn endet, um zu etwas viel Größerem zu werden, nämlich einer Senfpflanze, die viele Körner hervorruft. Gott macht uns ein Angebot, es ist nicht zu überhören.

Wir sind in Freiheit bestimmt, dieses Angebot anzunehmen. Dass es leicht ist, die Worte Jesu zu deuten: hat keiner gesagt. Dass es leicht ist, die Angebote Gottes zu erkennen hat keiner gesagt. Angebote Gottes anzunehmen ist schonmal schwierig. Dafür nämlich müssen wir unsere Komfortzone, unsere gewohnte Position und Verhaltensweise, auch mal verlassen, uns bewegen und aufstehen.

Gleiches hat auch Jesus getan, dessen Vorbild uns Orientierung für ein gelingendes Leben sein darf. Er ist aufgestanden, auf die Menschen zugegangen und hat ihnen, teils durch Worte, teils durch Taten, geholfen zu wachsen.

Das können auch wir tun. Doch es ist eben nicht damit getan, einen Pflanzensamen auszuwerfen. Denn er braucht Pflege, erst Erde, dann Wasser, um Wurzeln zu schlagen und, je nach Wetterlage, weiter Wasser, um weiter zu wachsen. So wie eine gute Idee ohne Ausführung nur eine gute Idee bleibt, wenn sie aber konsequent verfolgt und ausgeführt wird, hat sie die Kraft wunderbare Veränderung hervorzurufen, statt tief in der Erde vergraben zu werden und lange nicht zu sehen zu sein. Wir können gegenseitig dafür sorgen, unsere Talente zu pflegen und an die Oberfläche zu holen. Dafür brauchen wir nicht unendlich viel Glauben, sondern die Bereitschaft, Menschen, Gefühle, Zeichen, ja schlicht: Leben, zu respektieren und zu gegenseitigem Wachstum beizutragen – auch wenn es erstmal heißt, Ungewohntes tun zu müssen.

 

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 20

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