Liebe Gemeinde,
Weihnachten war nicht nur ein Fest der Freude, sondern auch ein Fest der Zumutung: Gott hat uns ein Kind in die Arme gelegt. Ein Kind, das Geschenk ist, aber auch Auftrag.
Die britische Sängerin Annie Lennox hat auf ihrem Weihnachtsalbum 2010 ein Lied, „Universal Child“, veröffentlicht, das über Weihnachten hinaus geht. ‚Universal Child‘ singt von dem Kind, das für alle Kinder steht. In der Weihnachtsgeschichte erscheint Jesus als verletzliches, schutzbedürftiges Kind. Annie Lennox singt davon, dass jedes Kind auf der Welt Träger von Würde, Hoffnung und Schutzbedürftigkeit ist. Das Kind in der Krippe trägt die Züge eines jeden Kindes, das weint, leidet, aber auch Hoffnung trägt – egal ob in Europa, im Sudan oder in Gaza, egal ob auf der Flucht oder als eines der 2 Millionen Kinder, die in unserem Land im Jahre 2025 auf Bürgergeld angewiesen waren.
Dieses „universelle Kind“ erinnert uns daran, dass die Botschaft von Weihnachten nicht im Krippenidyll endet. Sie drängt hinaus in die Welt, hinein in unsere Verantwortung. Für jedes verletzliche Wesen, das darauf angewiesen ist, gesehen, geschützt und begleitet zu werden.
Das Kind in der Krippe ruft uns in eine Haltung, die größer ist als unser Komfort. Vielleicht ist das die Einladung dieser Woche oder sogar für das Jahr 2026: Wen sehe ich als „Universal Child“ in meinem Alltag? Wo fordert mich ein Kind heraus, nicht wegzuschauen? Wo kann ich zum Segen werden?
Vielleicht hilft genau das, die Welt von 2026 ein Stückchen heller zu machen.
Gertrud Sivalingam, Pastoralreferentin
Lassen Sie sich mitnehmen von dem Lied ‚Universal Child‘:
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 05.2026