Unsere Seele braucht manchmal eine Arznei

Liebe Schwestern und Brüder,

wir leben in einer Zeit, in der vieles uns antreibt, fordert und manchmal auch überfordert. Sorgen um die Zukunft, Belastungen im Alltag, Verletzungen und Enttäuschungen können schwer auf unserer Seele liegen. So wie unser Körper nach Heilung verlangt, wenn er krank ist, so braucht auch unsere Seele manchmal eine Arznei – etwas, das ihr Ruhe schenkt, Trost gibt und sie wieder ins Gleichgewicht bringt.

Die Heilige Schrift erinnert uns: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28). Christus selbst bietet uns diese Arznei an. Sie besteht nicht aus Tabletten oder Tropfen, sondern aus Liebe, Gebet und der Erfahrung von Gottes Nähe.

Besinnung – das heißt still werden, innehalten und auf das Wesentliche schauen. Im Gebet, im Hören auf das Wort Gottes und in der Gemeinschaft mit anderen dürfen wir Heilung erfahren. Vielleicht ist die größte Arznei der Seele nicht etwas, das wir leisten müssen, sondern das, was wir uns schenken lassen: Gottes Frieden, der tiefer ist als alle Unruhe dieser Welt.

Praktische Wege 

  • Dankbarkeit     pflegen. Abends drei Dinge aufschreiben, für die man dankbar ist. Dankbarkeit heilt, weil sie den Blick auf das Gute lenkt und das Herz weitet.
  • Verletzungen ablegen. Wer vergibt, heilt die eigene Seele. Das Loslassen von Groll ist wie eine Medizin, die Bitterkeit in Frieden verwandelt.
  • Gemeinschaft suchen. Die Seele wird krank, wenn sie einsam bleibt. Ein Gespräch, ein gemeinsames Gebet, ein Lächeln – das alles sind kleine Heilmittel Gottes.
  • Den eigenen Atem spüren, tief atmen, langsam ausatmen – und sich bewusst machen: Jeder Atemzug ist Geschenk. Der Atem erinnert uns an Gottes Geist, der Leben schenkt.

Mögen wir in dieser Zeit Räume der Besinnung finden – Orte, an denen unser Herz zur Ruhe kommt, unsere Seele Kraft schöpft und wir neu spüren: Gott hält uns in seinen Händen.

Herr, Du bist die Arznei für unsere Seele. Schenke uns Ruhe, wenn wir unruhig sind, Trost, wenn wir traurig sind, und Hoffnung, wenn wir mutlos sind. Lass uns Deine Nähe spüren und aus Deiner Liebe leben. Amen.

Herzlich, Ihr Pastor, Pater Prakash Francis 

Prakash

Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 42

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