Lieber Schwestern und Brüder in Jesus Christus,
Mit dem heutigen Sonntagsevangelium nach Matthäus, Kapitel 5, beginnt etwas Besonderes: die Bergpredigt. Jesus steigt mit seinen Jüngern auf einen Berg – ein symbolischer Ort, der an Mose auf dem Sinai erinnert. Hier gibt Jesus jedoch nicht ein neues Gesetz, sondern ein neues Verständnis des Menschseins im Licht Gottes.
Die Seligpreisungen sind der feierliche Auftakt. Sie zeigen, wie anders das Reich Gottes ist – und wie anders Jesus auf die Welt blickt. Selig sind nicht die Starken, Reichen und Durchsetzungsfähigen, sondern die Armen, die Leidenden, die Sanftmütigen, die Barmherzigen. Wer in den Augen der Welt „verliert“, wird von Gott seliggepriesen.
Die Seligpreisungen sind keine moralischen Forderungen, sondern Zusagen. Sie sprechen davon, dass Gott da ist – besonders bei denen,
die sonst leicht übersehen werden. In ihnen offenbart sich das Herz Jesu: solidarisch, mitleidend, heilend.
Gleichzeitig sind sie der Maßstab für das Leben der Jüngerinnen und Jünger. Die Bergpredigt richtet sich an Menschen, die sich auf diesen neuen Weg einlassen wollen. Jesus ruft nicht in eine bequeme Komfortzone, sondern in eine Lebensform, die vom Vertrauen auf Gott, von Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und innerer Wahrhaftigkeit geprägt ist.
Fragen wir uns heute: Auf welchem Fundament steht unser Leben? Worauf bauen wir? Die Worte Jesu eröffnen eine neue Sichtweise – eine Einladung, das Leben im Licht des Reiches Gottes zu betrachten. Die Bergpredigt ruft uns zu einem Leben, das nicht nach Macht und Besitz strebt, sondern nach Liebe, Frieden und Gottes Nähe.
Ihr
Klaus Reinecke, Diakon
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 06.2026