Liebe Gemeinde!
An diesem Wochenende geht eine Ära zu Ende.
Die Kita St. Josef schließt endgültig ihre Pforten.
Das ist nicht nur für die Gemeinde St. Josef eine große Veränderung, sondern auch für meine persönliche Familiengeschichte.
An ihrer ursprünglichen Stelle, hinter den Häusern des Kirchplatzes, war schon mein Vater zum Kindergarten gegangen, damals noch bei den Gemeindeschwestern. Ich selbst bin dort gerne hingegangen und habe noch schöne Erinnerungen an die damalige Leiterin Frau Brümmer, ihr Akkordeonspiel und die Ligakekse. Bei meiner Schwester stand schon als Kindergartenkind fest, dass das später ihr Arbeitsplatz sein sollte, und so kam es auch.
Als dann das neue Gebäude an der jetzigen Stelle errichtet wurde, öffnete sich eine neue Tür. Über die Jahrzehnte wechselten Leitungen, Mitarbeiter:innen, pädagogische Ziele und natürlich immer wieder die Kinder.
Wie viele Kinder haben im Laufe der Zeit hier ein Stück Heimat gefunden? (Grob geschätzt über 6000!)
Zum ersten Mal Stunden außerhalb der Familie verbringen, neue Erwachsene, die sich liebevoll kümmern, neues Spielzeug, neue Freundinnen und Freunde und natürlich so viele neue Fähigkeiten und Fertigkeiten, die jeden Tag das Leben der Kinder bereichern.
Geschichten von der Raupe Nimmersatt oder Frederik der Maus begleiteten die Kinder ebenso, wie Geschichten von Jesus, von Noah, oder dem Hl. Martin.
In den letzten Jahren war es besonders die Multinationalität, die die Kita St. Josef auszeichnete. Eltern aus vielen verschiedenen Ländern vertrauten ihre Kinder dem Team der Kita an und so wuchs im gegenseitigen Kennenlernen und in gegenseitiger Akzeptanz ein Miteinander, das wir uns oft überall in unserer Gesellschaft wünschen würden.
Das Evangelium dieses Wochenendes endet mit den Worten: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 20)
Das war spürbar, denn über die ca. 80 Jahre ihres Bestehens, gab es einen guten Geist, der in dieser Kita durch die Räume wehte, der Kindern half, gut größer zu werden und den Familien und Mitarbeitenden eine gute Begleitung war.
In diesem Sinne bitten wir um Gottes guten Segen für die vielen Familien, die sich über die Jahre der Kita St. Josef zugehörig fühlten, sowie für die vielen Erzieherinnen und Erzieher, die sich dort sorgsam um die Kinder kümmerten, und die nun in den anderen Kitas des Familienzentrums eine neue Wirkungsstätte gefunden haben.
Möge dieser Abschied neue Türen öffnen in eine gute Zukunft für die Kinder unserer Gemeinde!
Es grüßt Sie Ihre Stephanie Dormann, Pastoralreferentin
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 37.2026