Evangelium: Gott hat die Welt so sehr geliebt (Joh 3,16–18)
Thema: Gott ist kein Solo-Künstler – Das Geheimnis der göttlichen WG
Liebe Geschwister im Glauben. Wenn wir an Gott denken, haben wir oft das Bild eines einsamen, alten Mannes auf einer Wolke im Kopf. Ein majestätischer, aber irgendwie isolierter Herrscher. Doch heute feiern wir die Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das klingt für viele erst mal nach komplizierter Mathe (1+1+1=1?) oder nach einer theologischen Knobelaufgabe.
Aber eigentlich ist die Dreifaltigkeit die Zusage: Gott ist in sich selbst schon Beziehung. Gott ist keine Einbahnstraße, sondern ein Kreisverkehr der Liebe.
- Das „Wir“ Gottes Gott ist Gemeinschaft. Der Vater schenkt sich dem Sohn, der Sohn antwortet dem Vater, und die Kraft, die zwischen ihnen fließt, ist der Geist. Warum ist das wichtig für uns? Weil wir nach seinem Bild geschaffen sind. Das bedeutet: Wir sind nicht für das Alleinesein gemacht. Wir blühen nur auf, wenn wir in Beziehung sind. Ein Mensch ohne Gegenüber ist wie eine Lampe ohne Steckdose.
- Keine Verurteilung, sondern Rettung „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu richten, sondern damit sie gerettet wird.“ Das ist die wichtigste Nachricht des Tages. Gott ist kein himmlischer Polizist, der nur darauf wartet, dass du einen Fehler machst, um dir ein Knöllchen zu schreiben. Er ist eine „Liebes-Gemeinschaft“, die dich einlädt, mitzumachen. Geben aus Liebe heißt hier: Den anderen nicht zu bewerten, sondern ihm einen Platz in meinem Leben anzubieten – so wie Gott uns einen Platz in seinem Leben anbietet.
Ein Gedanke für die Woche: Gott ist ein Team. Und du gehörst dazu. Du musst nicht alles alleine schaffen. Vertrau darauf, dass du in dieses große Netz der göttlichen Liebe eingeknüpft.
Klaus Bruns, Pastoralreferent
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 22.2026