Albertus Magnus war ein Mann, der keine Angst vor Wissen hatte – im Gegenteil: Er glaubte, dass jede Wahrheit, ob in der Bibel oder in der Natur, letztlich von Gott kommt. Er sezierte Pflanzen, beobachtete Sterne und dachte über Gott nach – alles am selben Tag. Multitasking im 13. Jahrhundert, sozusagen.
Vielleicht bräuchten wir heute ein bisschen von Alberts Gelassenheit im Umgang mit Wissen. In einer Zeit, in der jede Suchmaschine uns in Sekunden Antworten liefert, vergessen wir manchmal, die Fragen wirklich auszuhalten. Albert würde uns wohl raten: „Schau hin, denk nach, und wundere dich ruhig ein bisschen länger – das ist kein Zeitverlust, das ist Gebet.“
Und wer weiß – hätte Albertus heute gelebt, hätte er vielleicht ein Labor, ein Teleskop und einen YouTube-Kanal gehabt. Aber ganz sicher: ein Herz, das in allem die Spur Gottes sucht.
Vielleicht ist das auch die Einladung dieses Tages: nicht sofort das Dunkle zu bekämpfen, sondern das Licht wachsen zu lassen. Vertrauen braucht keine Beweise, nur einen kleinen Schritt Mut – und manchmal beginnt dieser Schritt einfach damit, wieder zu lächeln.
Denn wer das Gute sucht, findet irgendwann auch sich selbst – und vielleicht sogar ein Stück Himmel mitten im Chaos
Ein ruhiges, wintersonniges Wochenende,
Klaus Bruns, Pastoralreferent
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 47.2025