Liebe Gemeinde St. Josef.
Der Jahresanfang ist eine Schwelle: Wir blicken zurück auf das, was war – mit Dankbarkeit, manchmal auch mit Schmerz. Und wir schauen nach vorn auf das, was kommen wird – mit Hoffnung und vielleicht auch mit Sorge. Die Bibel schenkt uns dabei eine Verheißung, die trägt: „Ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Gott öffnet Zukunft.
Am 1. Januar feiern wir das Hochfest der Gottesmutter Maria. Sie ist die Frau des Anfangs: Im Vertrauen hat sie Ja gesagt zu Gottes Weg mit ihr und mit der Welt. Ihr Glaube zeigte sich nicht erst, als alles klar vor ihr lag – sondern mitten im Ungewissen. Genau dieses Vertrauen wünschen wir uns für das neue Jahr.
Wenn wir nun die Schwelle zu 2026 überschreiten, dürfen wir wie Maria darauf bauen, dass Gott mitgeht: in unseren Familien, in unserer Gemeinde, in allem, was uns erwartet.
Dieses Vertrauen, diese Hoffnung ist die Substanz unseres Glaubens. Eines Glaubens, der um die Herausforderungen der Welt weiß. Ein Glaube, der genau deshalb sprachfähig ist. Wir sehr wünsche ich uns allen, dass wir in dieses Vertrauen immer mehr hineinfinden – auch, wenn sich immer mehr Menschen damit schwertun und eine „gottlose“ Welt immer normaler wird.
Ich wünsche uns, dass wir wie die Bibel unsere Glaubensgeschichten in 2026 schreiben. Ich wünsche uns, dass wir die Substanz des Glaubens, Jesus Christus, fest im Blick haben und uns nicht mit vordergründiger Funktionsbeschreibung zufrieden geben. Ich wünsche uns Sehnsucht nach ihm. Strecken wir uns so nach ihm aus und bitten wir für das neue Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen um seinen Segen.
Gott segne unseren Weg – und schenke uns Mut, ihm zu folgen.
Joachim Brune, Pfarrer
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 01.2026