Evangelium: Die Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1–45)
Thema: „Komm heraus!“ – Gott hat das letzte Wort
das ist das wohl dramatischste Evangelium vor Ostern. Lazarus, der Freund Jesu, ist tot. Vier Tage im Grab. Es riecht schon, sagt seine Schwester Martha ganz direkt. Es ist vorbei. Ende. Aus.
- Die Tränen Gottes Es gibt einen Satz in diesem Text, der mich immer tief berührt: „Jesus weinte.“ Er weiß, dass er Lazarus gleich auferwecken wird, aber er weint trotzdem mit den Schwestern. Er teilt ihren Schmerz. Gott ist kein unbeteiligter Zuschauer. Er steht an deinem „Grab“ – an deinen Hoffnungen, die gestorben sind, an deinen Träumen, die beerdigt wurden – und er weint mit dir.
- Stein weg, Leben rein Und dann ruft er: „Lazarus, komm heraus!“ Jesus ist der „Stein-Wegroller“. Er ruft auch dich heute: „Komm heraus aus deiner Grabeskammer! Komm heraus aus deiner Angst, aus deiner Depression, aus deiner Bitterkeit!“ Gott hat sich nicht mit dem Tod abgefunden. Er hat sich nicht mit deinen Scherben abgefunden.
Ein Gedanke für die Woche: Was ist in deinem Leben gerade „begraben“? Wo denkst du: „Das wird nie wieder was“? Gott sagt heute: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Trau dich, den Stein vor deinem Herzen ein Stück wegzurollen.
Klaus Bruns, Pastoralreferent
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 12.2026