Liebe Gemeinde!
Es gibt Dinge, die wir immer wieder tun müssen, Aufgaben, die kein Ende nehmen. Es gibt Dinge, die wir uns ersehenen, ohne dass diese Sehnsucht je gestillt wird.
Im Evangelium dieses Sonntags begegnen wir einer Frau, deren Leben davon geprägt ist. Jeden Tag neu geht sie zum Brunnen, schleppt Krüge mit Wasser nach Hause – um dort dann die immer gleichen Aufgaben zu erledigen, bis sie wieder zum Brunnen geht. Auch ihre Beziehungen spiegeln eine Suche, ohne Ende. Jesus weiß von ihr: „Drei Männer hast Du gehabt, der, den Du jetzt hast, ist nicht Deiner.“
So wie es der Samariterin am Brunnen geht, geht es uns auch oft. Wir haben das Gefühl, uns in täglichen Aufgaben zu verlieren, nie an ein Ziel zu kommen, und nie das zu finden, was uns wirklich glücklich macht, was uns Frieden finden lässt.
Jesus verspricht ihr: Mit mir kommst Du ans Ziel.
Ich gebe Dir das, was Du suchst.
Manch einer lockt uns mit leeren Versprechungen, mit schnellen Antworten, manchmal mit gefährlichen Substanzen, uns das zu geben, was wir uns wünschen. In der Regel bezahlt man am Ende oft einen hohen Preis dafür.
Jesus ist anders. In aller Freiheit kann ich annehmen, was er mir schenken will. Sich einlassen auf Jesus, auf seine Liebe, auf Gerechtigkeit, auf ein Miteinander, lässt Schweres nicht einfach verschwinden. Aber es hilft, Lasten zu tragen, Trost zu finden, Freude zu vergrößern. Es bedeutet, mit allem nicht allein zu sein. Gestärkt zu sein durch den anderen, durch Jesus. Einer für den anderen, für den Nächsten. Hand in Hand Segen weitergeben. Vielleicht ist diese Verbindung ja das, was Jesus mit dem „lebendigen Wasser“ meint?
Es grüßt herzlich: Stephanie Dormann
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 11.2026