Liebe Gemeinde!
Der Begriff Ökumene ist in unserem Sprachgebrauch gar nicht so selten, doch was versteht man eigentlich darunter?
Bei Wikipedia liest man folgendes:
Ökumene bezeichnet die Verbundenheit und
Zusammenarbeit von Christ*innen weltweit,
unabhängig von Konfessionen, mit dem Ziel,
Einheit in Vielfalt zu fördern.
Das heißt nichts anderes, als dass die Einheit der Christen gefördert wird, katholisch und evangelisch rückt zusammen.
Bei uns war das sehr deutlich am Pfingstmontag zu spüren, als der schon zur Tradition gewordene Pfingstgottesdienst gefeiert wurde.
Doch wenn wir zurückschauen in den Mai, dann gab es da eine große Veranstaltung von Christen, den Katholikentag. Natürlich war auch da die Ökumene ein Thema, aber eher am Rande.
Es gab sie schon die Ökumenischen Kirchentage mit der Hoffnung, endlich kommen wir zusammen, aber das ist lange her.
Nach 2003 und 2010 und schließlich 2021 in Frankfurt gibt es keine Hinweise mehr auf weitere Angebote dieser Art. Für 2027 ist ein Evangelischer Kirchentag in Düsseldorf in Planung, während die Fortsetzung der Ökumenischen Kirchentage innerhalb der nächsten 10 Jahre angestrebt werden, allerdings noch nicht terminiert sind.
Schade!
Ich selbst mache gerade im Krankenhaus immer wieder die Erfahrung, wie wertvoll der Austausch mit den anderen Konfessionen ist und wie wir uns gegenseitig im Glauben begegnen und stärken können. Und das gilt nicht nur für die Ökumene, sondern auch interreligiös.
In Zeiten, in denen die Menschen aus den Kirchen ausziehen und nach Formen des Glaubens suchen, sollten gerade die Kirchen näher zusammenrücken und den Menschen Angebote machen, die sie unterstützen und die Möglichkeit bieten, Gott zu suchen.
Abgrenzen scheint mir da nicht der richtige Weg zu sein, sondern miteinander ins Gespräch kommen, miteinander Glauben leben und im Austausch von dem Andern erfahren, was er/sie einzubringen hat.
Glaube lebt vom gegenseitigen Austausch, von der Neugier nach dem Anderen.
In einer Welt, die immer weiter auseinanderdriftet, braucht es einen Glauben, der die Menschen zusammenwachsen lässt.
Gehen wir doch aufeinander zu und lassen wir uns nicht durch unseren Glauben trennen, sondern lieber die vielen Gemeinsamkeiten hervorheben, die es Gott sei Dank gibt!
Heinz Balke, Diakon im St. Bernhard-Hospital
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 25.2026