Liebe Geschwister im Glauben, heute geht es um die Bedingungen der Nachfolge und Lohn der Gastfreundschaft (Mt 10,37–42) oder wie man sagen kann:
„Beziehungs-Status:
Es ist kompliziert“ – Warum Liebe Prioritäten braucht
Jesus sagt heute Sätze, die erst mal wie eine soziale Abrissbirne klingen: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ Autsch. Das klingt nach Sekte, nach Isolation, nach radikalem Bruch. Aber bevor wir die Bibel erschrocken zuschlagen, müssen wir genauer hinsehen.
1. Das „Zentrum des Kreises“ Stellen Sie sich Ihr Leben wie einen Kreis vor. In diesem Kreis sind viele Menschen: Partner, Kinder, Eltern, Freunde. Wenn wir versuchen, alle gleichzeitig zum absoluten Mittelpunkt unseres Lebens zu machen, zerreißen wir innerlich. Jesus sagt nicht: „Liebt eure Eltern weniger.“ Er sagt: „Setzt mich in die Mitte.“ Warum? Weil Gottes Liebe die einzige ist, die niemals enttäuscht, niemals klammert und niemals aufhört. Wenn ER in der Mitte steht, habe ich erst die Freiheit, alle anderen gesund zu lieben – ohne sie als „Götzen“ zu missbrauchen, die mich glücklich machen müssen.
2. Der Becher mit kaltem Wasser Am Ende wird Jesus ganz praktisch. Er spricht vom Lohn für den, der einem Propheten oder auch nur einem „Geringen“ einen Becher Wasser reicht. Geben aus Liebe heißt hier: Das Große im Kleinen tun. Du musst kein Weltretter sein. Manchmal ist das „Wasser“, das jemand braucht, einfach nur fünf Minuten echte Aufmerksamkeit. Ein Becher Wasser kostet nichts, aber in der Wüste der Einsamkeit ist er unbezahlbar.
Ein Gedanke für die Woche: Ordne dein Herz neu. Setz Gott auf den Thron, und du wirst sehen: Für alle anderen ist plötzlich viel entspannter Platz.
Klaus Bruns, Pastoralreferent
Auszug aus dem Wochenbrief Nr. 27.2026